Lonesome George & das Second Sock Syndrome

Mein Problem ist etwas blamabel: Vor vielleicht 10 Jahren hab ich einen Strumpf gestrickt und den zweiten zumindest begonnen. Dann in die Ecke gelegt und nicht zu Ende gemacht. Irgendwann kam es mir wieder in die Finger und ich hätte das Werk gerne zu Ende gebracht … wenn … ja wenn ich nicht das Anleitungsheft inzwischen verloren hätte. […]“

Klarer Fall von Second Sock Syndrome

„Ein klassischer Fall von Second Sock Syndrome“, dachten wir vom Schachenmayr Online Team, als uns diese keineswegs blamable „Anleitungs-Suchanfrage“ von Lola R. über unsere Facebook Seite Schachenmayr Deutsch erreichte.

Das „Syndrom der zweiten Socke“ ist ein weit verbreitetes Phänomen. Es äußert sich dadurch, dass die zweite Socke eines Paares sehr viel schleppender von der Nadel geht als die erste - oder gar nicht erst begonnen wird. Meist startet man ein neues Projekt voller Elan und freut sich auf den Farbverlauf des Garns oder das neue Muster. Ist die erste Socke geschafft, fehlt mitunter die Motivation, die zweite zu beginnen oder fertig zu stellen. Ist sie doch mehr oder weniger nur die 1:1 Kopie der ersten Socke, und damit weniger spannend zu stricken.

Während wir im Archiv nach der alten Publikation suchten, damit Lola R. ihr Paar schließlich beenden konnte, fachsimpelten wir über unsere persönlichen Lieblingsmethoden zur Vermeidung des Second Sock Syndroms. Dabei kamen wir auf einige gute Ideen, die wir gerne – gewissermaßen als präventive Maßnahme – mit Dir teilen möchten. Denn eins steht nun mal fest: es gibt kaum etwas Schöneres, als selbstgestrickte, kuschelige REGIA Socken an beiden Füßen zu tragen.

Präventive Maßnahmen gegen das Second Sock Syndrome

Oft hilft nur eins: Überliste Dich selbst! Stricke einfach zwei Socken gleichzeitig auf einer langen Rundstricknadel. Dafür kannst Du mit dem inneren sowie äußeren Fadenende des Knäuels beginnen, oder aber mit zwei 50g Knäueln arbeiten. Auf diese Art drückst Du Dich am einfachsten vor dem Second Sock Syndrome, denn bei dieser Variante bleiben Dir nur zwei Optionen: entweder Du strickst ein Paar komplett fertig, oder beide Füße bleiben kalt.

Wenn Du nicht parallel stricken willst, kannst Du Dich überlisten, indem Du unmittelbar nach der Fertigstellung der ersten Socke die zweite anschlägst. Das muss so schnell gehen, dass Du gar nicht erst denken kannst, Du hättest ein Projekt abgeschlossen. Denn es ist genau genommen erst halb fertig. Also weiterstricken, bevor die Stricklust nachlässt. Klar, das ist manchmal leichter gesagt, als getan, aber wie wäre es denn, wenn Du Dich zusätzlich motivierst:

 a.       REGIA PAIRFECT

Du strickst gerne kunterbunte Socken mit tollen Mustern, Du suchst aber nicht gerne nach dem passenden Rapportbeginn für eine identische zweite Socke? Daran soll es nicht scheitern! Mit REGIA PAIRFECT kannst Du dieses Hindernis ganz leicht umgehen, denn der gelbe Hilfsfaden markiert den Startpunkt für die zweite Socke – so kannst Du in Windeseile direkt den zweiten Strumpf anstricken und das Paar fertigstellen.

 b.      KALs und Strickgruppen

Suche Dir MitstrickerInnen, denn so könnt Ihr Euch gegenseitig motivieren! Egal ob in kleinen Gruppen mit den Nachbarn, Freunden oder in einer größeren Gruppe – auch in den Sozialen Medien findest Du tolle Strick-Communities, wie bei Facebook REGIA Yarns oder die Tatortstricker die immer sonntags beim Tatort gemeinsam stricken.

 Späte Liebe - Lonesome George hat endlich einen Partner!

c.       Social Media

Wecke Deinen Ehrgeiz und mach Dir selbst ein bisschen Druck, indem Du Deinen Strickverlauf und das fertige Pärchen online auf Deinen Kanälen postest. Besonders die Instagram-Community ist sehr bekannt für positiven Zuspruch und Unterstützung.

 d.      Kündige ein Geschenk an

Plane Deine Socken als Geschenk und kündige das Geschenk auch gleich an. Alternativ kannst Du auch einen Gutschein über ein Paar gestrickte Socken verschenken. Das hilft bestimmt als Ansporn, denn Du möchtest doch den zu Beschenkenden nicht enttäuschen, oder?

 e.      Sorge für Abwechslung

Ein bisschen frischer Wind kommt auch dann in die zweite Socke, wenn hierfür andere Nadeln verwendet werden als bei der ersten. Wenn Nummer eins auf einem Nadelspiel entstanden ist, könnte doch die Nummer zwei mit einem „Sockenwunder“ gestrickt werden. Solange der Nadeltausch sich nicht in einem unterschiedlichen Maschenbild ausdrückt, steht der Variation nichts im Wege. Zudem gibt es die Möglichkeit, die eine Socke vom Schaft bis zur Spitze zu stricken, während die andere rückwärts, d.h. spiegelverkehrt in der Toe Up Variante von unten begonnen wird. Natürlich geht das nicht mit jedem Muster, aber bei unifarbenen Socken etwa ist es ziemlich simpel.

 Späte Liebe  - „Lonesome George“

Motiviere Dich einfach immer wieder neu und nutze dafür Deine ganze Vorstellungskraft: Mal Dir aus, wie wunderschön eine einzelne Socke mit einem passenden Partner aussehen würde! Perfekt zu Deiner Lieblingsjeans, wunderbar zur kuscheligen Strumpfhose, so gemütlich, so warm … verliebe Dich in Deine Socke, sodass Du unbedingt eine zweite haben musst. Und letztlich lieber spät als nie …

Im Fall von Lola R. hat es knapp 10 Jahre gedauert, bis das Paar vereint war. Wir fanden in unserem Archiv tatsächlich die richtige Anleitung und konnten somit einen Beitrag zu ihrer Fertigstellung leisten. Schon bald erreichte uns die freudige Info samt Bildbeweis, dass der Strumpf "'Lonesome George' endlich einen weiteren Artgenossen bekommen hat“. Das späte Happy End einer ganz persönlichen Second Sock Syndrome-Geschichte!

Für Dich zum Nachstricken

"Lonesome George" gefällt Dir? Dann mach Dir doch ein Paar! Die abgebildeten Socken sind gestrickt aus REGIA 4-fädig in der Farbe 1844 cloud meliert und bestechen durch ein tolles Strukturmuster in Zackenoptik mit kleinen Zöpfen. 

Wie gut, dass wir Dank Lola R. einen Blick in die alte Publikation geworden haben, denn dort ist uns gleich noch ein tolles Paar ins Auge gesprungen: wir nennen es nun "Chummy Conny"- auf dass sich die Socken immer in guter Gesellschaft befinden. Für die Bilder (s.u.) haben wir es in REGIA 4-fädig in der Farbe 1845 bluestone meliert gestrickt. Egal welches Modell dir besser gefällt - wir hoffen, mit unseren Tipps strickst Du das Paar fertig.

Zur Anleitung "Lonesome Georg"

REGIA-Socken: Lonesome George in cloud meliert (li.), Convivial Conny in bluestone meliert (re.)

 

Was gibt es schöneres, als kuschelige Wollsocken? Also schnell das Paar fertigstricken!

Garn: REGIA 4-fädig in der Farbe 1844 cloud meliert